Tagebuch vom Finden – 2024
Fotografie, Inkjet-Print kaschiert auf Alu-Dibond, verschiedene Größen
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In der fotografischen Serie „Tagebuch vom Finden“ geht Laura Brichta den verschiedenen Bedeutungsebenen des Waldes nach, der seit jeher eingebettet ist in ein Geflecht aus Mythen, Idealen und Projektionen. Von den Romantiker:innen als Sehnsuchtsort verklärt, sind bewaldete Gebiete heute von kommerzieller Ausbeutung und Massentourismus geprägt, wenngleich die universelle Suche nach vermeintlichen Orten der Ruhe und Einsamkeit ungebrochen bleibt.
Die in Selbst-Isolation entstandenen Fotografien im österreichischen Gebirge sind der Versuch, in Zeiten permanenter Erreichbarkeit der Anziehungskraft des Waldes und den dort gesammelten Erfahrungen nachzugehen. Die Serie umfasst eine Vielzahl an Selbstporträts, Stillleben, Interieurs und Landschaftsaufnahmen, wobei die Künstlerin erstmals selbst vor die Kamera tritt. Die persönlichen Erlebnisse, die sie ebenso in Briefen und Tagebucheinträgen festgehalten hat, entfalten sich in den Bildern in vielerlei Hinsicht: von der Nachstellung bizarrer Jagdtrophäen über die Dokumentation der romantisierten Hütten-Ausstattung bis hin zur spielerischen Verwendung von Pestwurz, einer Heilpflanze, als Requisit für die Pose als „Venus“. Gerade diese Details der inszenierten Fotografien knüpfen an die vielen kulturhistorischen (volkstümlichen, religiösen und mythologischen) Zuschreibungen dieses aufgeladenen Bedeutungsraumes an.
– Maria Sitte
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