http://sentiment-solutions.com/

SENTIMENT SOLUTIONS, 2017

Das digitale Repräsentationsformat „Sentiment Solutions“ fungiert mit seinen 360°-Fotografien gleichzeitig als Ausstellung und als zeitlich unbegrenzter Katalog. Künstlerische Arbeiten – darunter Videos, Sound- Arbeiten und Texte wurden dafür digital inszeniert und auf einer interaktiven Online-Plattform Besuchern zur Verfügung gestellt. Der virtuelle Rundgang „Sentiment Solutions“ greift die labyrinthische Navigation von point-and-click Computerspielen auf, sodass sich Besucher der Webseite von Raum zu Raum bewegen und einzelne Kapitel mit künstlerischen Positionen erkunden können. Dafür stellten die KünstlerInnen in verschiedenen Kulissen der Hochschule für Gestaltung Offenbach fiktive und theatrale Gruppenszenen her, in denen sie selbst als Darsteller agierten. Jedes Bühnenbild und Szenario erzählt eine andere Geschichte und greift die Ästhetik cineastisch inszenierter Standbilder oder „Foto-Love-Stories“ aus Teen-Magazinen auf. Als virtuelle Erweiterung des Raums und gespiegelter Realität der Hochschularchitektur soll „Sentiment Solutions“ Anstoß für ein alternatives Ausstellungsformat des klassischen Rundgangs geben. Mit visuellen Anspielungen auf Gruppendynamiken und die Intensität des menschlichen Miteinanders, beschäftigt sich das Projekt nicht zuletzt mit dem paradoxen Stellenwert von Gemeinschaft, Körpern und Intimität im post-digitalen Zeitalter. Das Private schwappt ins Öffentliche, das Öffentliche in die private Sphäre. Die digitale Archivierung erlebter “Momente” die in Form von digitalen Fotografien und Videos auf mobilen Geräten festgehalten werden, finden oft einen unmittelbaren, Impuls gesteuerten Weg in die Öffentlichkeit. Social Media- Plattformen sind zugleich ein Fenster in die Privatsphäre eines Individuums aber auch Werkzeug zur Veröffentlichung von professionellen Inhalten. Sie bieten eine Bühne für ein öffentlich wahrnehmbares Sich- Zutragen privater Vorgänge und sind gleichzeitig ein Werkzeug für gezielte, beruflich nutzbare wie notwendige Formen der (Selbst-)Darstellungen.
Das Gruppenprojekt entstand unter der Leitung von Britta Thie mit Unterstützung von New Scenario (Tilman Hornig und Paul Barsch) und ist inspiriert durch New Scenario’s „HOPE“.

TRAILER

Künstler*innen: Jascha Bernhard, Houda Brandes, Yannick Brenden, Laura Brichta, Patrick D. Brockmann, Janina Castellano, Imke Greitzke, Johannes Horn, Stephan Idé, Annkathrin Kluss, Heidi Merkel, Sarah Mohr, Arootin Mirzakhani, Alla Poppersoni, Agata Pietrzik, Isabell Ratzinger, Siobhan Rosewood, Alexander Sahm, Stella Schimmele, Robert Schittko, Dana Dorothea Marie Schwarzgurt, Clara Sipf, Sriram Srivigneswaramoorthy, Sarah Stendel, David Stichling, Vivien Stipanic